Werbung in Apps für Kinder – ausschalten, blockieren, boykottieren?

Da uns immer wieder Anfragen erreichen, ob und wie man Werbung in Apps ausschalten kann und welche App-Werbebanner blockiert werden können, gibt es jetzt mal einen kleine Anleitung und 10 weitere Anmerkungen zu dem Phänomen “Werbung in Apps für Kinder”.

1. Ganz einfach Werbung in Apps ausschalten und blockieren

App Werbung in Kinder Apps 3In 8 von 10 Fällen kann man die Werbung in Apps blockieren, indem man einfach die Internet-Verbindung am iPad iPhone und Android ausschaltet.

1. Deaktiviert in eurem iPad iPhone iPod und Android Geräten das “Wlan” und die “Mobilen Daten”, sofern ihr ein Gerät mit Sim-Karte nutzt.

2. Beendet die App vollständig (also nicht nur minimieren!) und startet sie danach neu. Noch besser: Gönnt eurem Geräten einen Neustart, dass ist grundsätzlich empfehlenswert.

Fertig – die meisten Werbebanner sind wohl damit verschwunden.

Klappt nicht?

Falls die Werbung in den Apps immer noch angezeigt wird, habt ihr vielleicht eine der Banner-Sonderformen angetroffen, die sich nicht blockieren lassen. Deshalb schauen wir uns jetzt überhaupt mal die Banner- und Werbeformen in Apps an.

2. Häufige Werbebanner und Werbeformen in Apps

Die meiste Werbung innerhalb der Apps stammt entweder von Google AdSense, Google AdMob oder einem anderen Werbenetzwerk, von denen es zahlreiche speziell für den App Markt gibt.

Ohne jetzt in die Details eingehen zu wollen, haben diese Werbeformen eins gemeinsam: Sie benötigen eine Internetverbindung um die Werbebanner aus dem Netzwerk nachladen zu können. Genau deswegen ist es ja so leicht, diese Werbeform in Apps zu blocken. Vielleicht ist euch auch schon aufgefallen, dass wochenlang die gleiche Werbung in unterschiedlichen Apps angezeigt wird – daran erkennt ihr, dass diese von einem Werbenetzwerk stammen und höchstwahrscheinlich mit den oben genannten Schritten blockiert werden können.

3. Ist das Blockieren von Werbung in Apps praktikabel?

Ja und Nein. Für den erwachsenen Smartphone und Tablet Nutzer ist wohl der Vorschlag seine Internetverbindung zu kappen nicht praxistauglich. Die meisten haben ja gerade ein Smartphone und Tablet gekauft, um überall auf das Internet zugreifen zu können und erreichbar zu sein.

Ganz anders sieht es bei Kinder Apps und der Nutzung des iPads und des elterlichen iPhones von Kindern aus.

Hier empfiehlt es sich grundsätzlich die Internetverbindung auszuschalten, nicht nur um etwaige Werbung zu blocken.

4. Viele gute Gründe Kinder Apps ohne Internet Verbindung zu nutzen

✓ In-App Käufe werden blockiert
✓ App Käufe sind nicht möglich
✓ Strahlung wird reduziert
✓ Ausgehende Links können nicht angezeigt werden
✓ Tracking der App-Nutzung ist nicht möglich.
✓ Bewertung im App Store ist nicht möglich
✓ Das Teilen von Spielerfolgen auf Facebook und Twitter ist blockiert
✓ Das Erstellen von irgendwelchen Accounts wird verhindert.

Sicher wird keins der genannten Features in Kinder Apps vermisst. Falls ihr eingehende Anrufe vom iPhone nicht verpassen wollt, während die Kinder mit iPhone spielen, reicht es die “mobilen Daten” und das Wlan” auszuschalten. Ansonsten empfehlen wir grundsätzlich den “Flugmodus” zu nutzen, der die gesamte Funkleistung deaktiviert und so auch Handystrahlung eliminiert.

5. Warum gibt es Werbung und Werbebanner in Apps?

Die App Entwicklung kostet Geld und wenn man es richtig macht, auch richtig viel Geld. Manche App-Entwickler setzen vom Start weg auf Banner-Werbung, weil sich dort in manchen Bereichen mehr Einkünfte generieren lassen, als mit einem Fix-Preis. Hier sind wir, die Nutzer, ein stückweit mitverantwortlich. Zweifellos hat sich eine Fokusierung auf „Gratis“ im App Store breit gemacht. Während bei der Ernährung und Spielzeug “nur das Beste ins Haus kommt” wird auch bei Kinder Apps schnell nach kostenlosen Alternativen gesucht. Mit über 4500+ Kinder Apps in unserem iTunes Account können wir euch verraten, das „Gratis“ gleichbedeutend mit weniger umfangreich, weniger gut und „weniger geeignet für Kinder“ bedeutet, nicht zuletzt wegen den oft anzutreffenden Werbebannern.

Statt also die Kinder App Entwickler Raffgier vorzuwerfen, die ihre Apps nicht kostenlos anbieten, sollte man ihnen zugutehalten, dass sie auf kontinuierliche Einnahmen verzichten, um die Apps größtmöglich kindersicher zu gestalten, denn Werbebanner generieren fortlaufen Einkünfte, bei jedem Klick, absichtlich oder unabsichtlich. Manche Werbeformen auch schon beim reinen Einblenden, womit wir beim nächsten Punkt ankommen.

6. Werbung in Kinder-Apps ist lukrativ für die Entwickler

Gerade in Kinder Apps ist Werbung besonders lukrativ, aber auch besonders verwerflich.
Die meisten Werbebanner in Kinder Apps sind so genannte CPC Banner „cost-per-click“, d.h. der App Entwickler verdient nicht für das Anzeigen der Banner, sondern nur wenn auch jemand drauf klickt. Google ist daran gelegen, das nur Nutzer auf Werbebanner klicken, die sich für das Beworbene Produkt auch interessieren. Schon alleine deswegen ist Banner-Werbung in Kinder Apps schwachsinnig, da die Zielgruppe für Hotelbuchungen wohl kaum erreicht wird. Aber das interessiert wohl kaum die App-Entwickler, die auf Banner-Werbung setzen. Andere Faktoren als Interesse generieren hier tolle Einkünfte:

● Kinder können nur schwer zwischen Werbebanner und Spiel unterscheiden
● Viele Werbebanner locken mit Cartoon Grafiken, selbst für erwachsene Spiele
● Werbebanner werden so platziert, dass Klicks unvermeidlich sind.

Und spätestens mit den zuletzt genannten Punkt driftet Werbung in Kinder Apps in die Illegalität ab. Leider nicht vor dem Gesetz, aber bezüglich der strengen Richtlinien des Google Werbenetzwerkes.

7. Illegale Werbe-Platzierungen in Apps

Google verbietet einen Platzierung von Ad-Sense Werbung, die ungewollte Klicks provoziert, darunter zählt natürlich auch die Platzierung auf Schaltflächen. Diese Regel wird reihenweise von App-Entwicklern vorsätzlich oder aus Unkenntnis gebrochen. Hier mal ein Beispiel aus einer nicht genannten „Kinder App“. Ob die Kinder das Rennen gegen die Katze oder Hase gewinnen, wird darüber entschieden, wie schnell sie abwechselnd links und rechts auf die Kreisfläche drücken können. Dreimal dürft ihr raten, wie hoch die Klickrate auf den stark überlappenden Werbebanner ist. Jeder Klick kann von 0,01 – bis 0,50 € und mehr bringen!

App Werbung in Kinder Apps

Während Google solche verbotenen Platzierungen auf Webseiten besser kontrollieren und ahnden kann, scheinen die Apps noch eine Black Box für Google zu sein, ansonsten können wir uns die reihenweise Verstöße nicht erklären.

8. Unpassende und gefährliche Werbung in Kinder Apps

2013-02-13_161442Neben absichtlich oder unabsichtlich falsch platzierter Werbung in Apps, hört man immer wieder von unpassender oder gar gefährlicher Werbung in Apps für Kinder. Während die Platzierung der Werbefläche in der Verantwortung der App-Entwickler fällt, hat der Entwickler nur sehr begrenzt Einfluss darauf, welche Inhalte in dieser Fläche ausgeliefert werden. Immerhin können grobe Filter anlegt werden, die aber alles andere als ausreichend sind.  Als Beispiel haben wir ein noch recht „harmloses“ Beispiel von unpassender Werbung in Kinder Apps gewählt, da gibt es noch ganz andere Beispiele.

Der kleine Fuchs mit den Xylophon demonstriert nicht nur eindrucksvoll wie unzulässige Werbung aussieht (über Schaltfläche platziert) sondern wirbt gleichsam für einen Ego-Shooter, der von sich behauptet: „Unter die Haut gehende Grafiken ziehen dich in einen Strudel aus Horror und Spannung“ – na dann, viel Spaß liebe Kinder!

Dead Space

Übrigens können alle Beteiligten ihre Verantwortung von sich weisen.

● Der App-Entwickler weiß nicht, welche Werbung ausgeliefert wird
● Die Anzeigen-Käufer wissen nicht, wo diese Werbung genau ausgeliefert wird
● Das Werbenetzwerk weiß nicht, welches App Genre hier genau vorliegt.

Auch aus diesem Grund sollte gänzlich auf Werbung in Kinder Apps verzichtet werden, liebe App-Entwickler! Und somit liegt die Verantwortung doch bei euch.

9. Eigenwerbung – Akzeptable Werbung in Kinder Apps?

Neben den genannten Werbebannern sind selbst in renommierten Apps für Kindern großer Kinderbuch Verlage häufig und zunehmend andere Werbeformen zu finden, nämlich die so genannte “Eigenwerbung”.

Beworben wird das eigene Kinderapp-Portfolio, mal mehr oder weniger dominant und mal mehr oder weniger kindersicher.

“Schaut mal was wir sonst noch alles für tolle Kinder Apps entwickelt haben”. Aus Elternsicht können diese Übersichten durchaus informativ sein, nur die Art und Weise der Platzierung macht hier den Unterschied zwischen “Information” und “Link-Fallen” für Kinder. Wie es richtig geht zeigen meistens kleine, unabhängige Kinder App-Entwickler den großen Verlagen und App Studios.

In „Lolas Mathe-Zug“ ist der Elternbereich und das App-Portfolio mit einer Kindersicherung geschützt. Erst wer die kleine Multiplikationsaufgabe in dieser Vorschul-App lösen kann, findet die Präsentation der anderen Apps.

App Werbung in Kinder Apps (28)App Werbung in Kinder Apps (29)

Bitte Nachmachen! – den Kindern zuliebe, denn nichts stört den Spiel- und Lernflow so sehr, wie ausgehende Links jeder Couleur. Die ansonsten „sichere“ Kinderapp-Umgebung wird verlassen und der Browser aufgerufen. Von dort finden viele Kinder nicht mehr zurück zur App, teilweise gehen auch Spielstände und Lernschritte verloren. Dagegen schützt leider auch nicht unser Trick mit dem deaktivierten Internet, auch wenn das leere Browserfenster so zumindest eine leere Sackgasse ist.

Schade das so viele große Verlage und Unternehmen hier die Chance verpassen, sich als wirklich kinderverstehendes Unternehmen zu positionieren. Was helfen die pädagogisch sinnvollsten Inhalte, wenn überall der Facebook Button lauert. Ein Thema für sich.

11. Gratis Apps für Kinder mit akzeptabler Werbung?

Nicht immer möchte man auf eine Gratis App verzichten, nur weil ein Werbebanner eingeblendet wird. Sind die Kinder schon etwas älter und im Umgang mit iPad und iPhone verantwortungsvoll genug, kann man über manche Werbebanner hinwegsehen, zumindest dann, wenn sie so eingebunden werden, wie in den folgenden zwei Beispielen.

App Werbung in Kinder Apps

Werbung in der App geblockt

In Hello Kitty Puzzle und Dinosaurs Puzzle ist der Werbebanner deutlich vom Spielbereich getrennt  und überdeckt keinerlei Schaltflächen. Dort stören sie kaum noch (Bild 1 Kitty) und falls doch, könnt ihr sie wie oben beschrieben ausschalten (Bild 2 Dino)

11. Werbung in Kinder Apps – ein Fazit

Wie ihr seht, lässt sich zu diesem Thema sehr viel anmerken und wir planen schon weitere Artikel in diese Richtung. Mit diesem Thema verbunden sind natürlich auch die berühmt-berüchtigten In-App Käufe, die aber mit einem extra Artikel bedacht werden sollen.

Werbefinanzierte Gratis Apps werden in Zukunft sicher noch mehr Verbreitung finden. Viele Unternehmen entdecken die Werbekanäle „Apps“ jetzt erst für ihr Unternehmen. Mit zahlungskräftigen Kunden werden Werbebanner in Apps für App-Entwickler immer lukrativer.

Lernsoftware iPad iPhone

Lern Apps für Kinder

Wir bevorzugen ganz klar kostenpflichtige Premium Kinder Apps ohne Werbung und ohne gesperrte Inhalte.
Viele Kinder Apps sind auch zum regulären Preis ein Schnäppchen verglichen mit Software für andere Geräte. Beispiel: „Lernerfolg Grundschule – Konzentration. Der Aufmerksamkeitstrainer“ kostet für den Nintendo DS immer noch preiswerte 24,99 € – die sehr empfehlenswerte Kinder Apps aber nur 2,69 € für das iPad und sogar nur 1,79 € für das iPhone. So preiswert wie zu „App-Zeiten“ war Lern-Software noch nie und billiger wird nimmer.

In diesem Sinne: Investiert in Premium Kinder-Apps ohne Werbung.